
Allgemeine Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Was
ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist einer der wichtigsten Bausteine der privaten Vorsorge. Sie tritt in Kraft, wenn man aufgrund eines Unfalles oder einer Erkrankung sei es physischer oder psychischer Art nicht mehr seinen jetzigen Beruf ausüben kann. Statt der daraus folgenden finanziellen Katastrophe für sich und seine Angehörigen sichert eine Berufsunfähigkeitsversicherung - insbesondere seit den gesetzlichen Kürzungen - Ihren Lebensstandard bis zum Ruhestand, und nach Wahl sogar Ihre Alters- und Hinterbliebenenvorsorge bis zur vereinbarten Auszahlung.
Brauche ich tatsächlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Jahr für Jahr scheiden 200.000 Menschen vorzeitig aus dem Berufsleben aus: Sie sind durch Unfall oder Krankheit berufsunfähig geworden. Insbesondere seit den gesetzlichen Kürzungen kann dies den jeweiligen wirtschaftlichen Ruin bedeuten: Berufsunfähigkeit ist mehr denn je zum Privatrisiko geworden. Verbraucherverbände, Versicherungsratgeber und auch die Stiftung Warentest empfehlen diese Form der freiwilligen Versicherung besonders für die unter 40 Jährigen sowie für Freiberufler und Selbständige, da die bisherigen gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrenten gestrichen und durch „Erwerbsminderungsrenten“ ersetzt wurden. Bei diesen verbliebenen gesetzlichen Renten gilt für alle nach 1960 Geborenen:
Anspruch auf Zahlungen haben nur Berufstätige, die mindestens fünf
Jahre versicherungspflichtig gearbeitet haben. Insbesondere bei der benannten
Gruppe der jungen Arbeitnehmer, Freiberufler und Selbständigen besteht
im Ernstfall eine erhebliche Versorgungslücke.
Wer weniger als 3 Stunden am Tag arbeiten kann, erhält
als gesetzliche Rente ca. 40% des letzten Brutto-Einkommens.
Bei einer Arbeitsfähigkeit von 3-6 Stunden täglich werden ca. 20
% des letzten Brutto-Einkommens gezahlt.
Jede Tätigkeit ist anzunehmen - ohne Rücksicht auf Ausbildung oder
Qualifikation.
Auf die gesetzliche Versicherung angewiesen zu sein, ist nach diesen
Punkten eine eher unangenehme Vorstellung, der manche mit dem Gedanken
begegnen: „Warum
sollte es mich treffen?!“. Doch weniger ein dramatischer Unfall als vielmehr
das alltägliche Arbeiten ist in den meisten Fällen die Ursache für
eine lebenslange Berufsunfähigkeit: Ein falsch eingerichteter Arbeitsplatz,
an dem man vorzugsweise mit schlechter Haltung den ganzen Tag sitzt, kann schnell
zu einem Bandscheibenvorfall führen – mit drastischen Konsequenzen.
Und tatsächlich stehen Erkrankungen am Skelett und am
Bewegungsapparat an erster Stelle der Ursachenliste für
Berufsunfähigkeit, wie ein führendes Versicherungsunternehmen
jüngst ermittelte (Quelle: Allianz). Aber auch Herz-Kreislauferkrankungen
und zumeist stressbedingte Nervenleiden liegen in der Statistik
vorn, gefolgt von Krebs und anderen Erkrankungen.
Fazit
Gesetzliche Leistungen, sofern ein Anspruch besteht, werden
in der Regel nicht ausreichen, um eine Berufsunfähigkeit
finanziell abzusichern. Eine Berufsunfähigkeit kann sich leicht aus dem alltäglichen Leben
und Arbeiten ergeben: Lediglich knapp 10% aller Berufunfähigkeitsfälle
sind Folgen eines Unfalles.
Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist notwendig, um diese gesetzlichen
Lücken ausgleichen.
Welche Formen der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es –
und
woher weiß ich, welche die richtige für mich ist?
Es gibt mehrere Varianten, sich für den Fall der Berufsunfähigkeit
abzusichern. Neben der „klassischen“ BUV gibt es:
Die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung:
Die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung wird mit dem
Ziel
abgeschlossen, um im Falle der Berufsunfähigkeit von
den Zahlungen für die weiteren Haupt – und Zusatzversicherungen
befreit zu werden: Der Versicherer übernimmt für die Dauer der Berufsunfähigkeit
die Beitragszahlungen. Häufig wird zudem eine Berufsunfähigkeitsrente
vereinbart.
Die Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung kann in Kombination
zu einer Risikolebensversicherung, zu einer fondsgebundenen
Kapitallebensversicherung
oder zu einer fondsgebundenen Rentenversicherung abgeschlossen werden.
Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung
Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist quasi eine reduzierte Alternative
zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Da sie rund 40-60% günstiger
ist als eine BUV und ausschließlich dann leistet, wenn keinerlei berufliche
Tätigkeit mehr ausgeübt werden kann, eignet sie sich besonders für
all diejenigen, für die eine Berufsunfähigkeitspolice zu teuer wäre
oder wegen einer Vorerkrankung nicht vereinbart werden kann. Sie kann sowohl
als eigenständiger Vertrag als auch als Zusatz zu einer Kapital-
und Risikolebensversicherung abgeschlossen werden.
Was Sie beim Abschluss einer BUV oder BUZ beachten sollten.
Vereinbaren Sie eine ausreichend hohe Berufsunfähigkeitsrente, am besten
mit Hilfe eines Beraters. Dieser kann Ihnen anhand Ihres Nettoeinkommens berechnen,
welche Beitragshöhe über einen längeren Zeitraum für Sie
sinnvoll ist.
Scheuen Sie sich nicht, für das Ausfüllen der Anträge einen
Makler hinzuzuziehen. Nur mit korrekten Daten kann der gewünschte Versicherungsschutz
umgehend gewährt werden.
Fragen zur Gesundheit und ggfs. Vorerkrankungen müssen
wahrheitsgetreu und manchmal sehr umfassend beantwortet werden.
Auch hier hilft Ihnen Ihr Makler.
Wichtig: Lassen Sie sich das so genannte „Kleingedruckte“ unbedingt
vor Vertragsabschluss erläutern. Rechtshinweis
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